An den neu konzipierten interdisziplinären Projekttagen debattierten Schüler:innen des ersten Ausbildungsjahres über konkrete Energiefragen.
Text Tobias Lerch
Der neue, kompetenzorientierte Lehrplan der Fachmittelschule (FMS21+) sieht, neben der profilierteren Berufsfeldorientierung, auch eine Akzentuierung interdisziplinärer Fragestellungen vor. Die Schüler:innen sollen erkennen, dass komplexe Fragestellungen oder Probleme selten aus einer einzelnen fachlichen Sicht heraus beantwortet werden können, sondern dass dazu eine Herangehensweise aus unterschiedlichen Blickwinkeln nötig ist und dass die verschiedenen Erkenntnisse schliesslich zusammengeführt werden müssen.
In diesem Zusammenhang wurde das Sonderwochenkonzept der FMS grundlegend überarbeitet und neu gedacht: Entwickelt wurden unter anderem interdisziplinäre Projekttage.
Während dreier Tage vor den Sommerferien wurde klassenweise mittels der Methode «Jugend debattiert» das Thema «Energie» bearbeitet. Die Idee: «Jugend debattiert» ist spielerisch, bis zu einem gewissen Grad kompetitiv, regt zum eigenständigen Recherchieren und Vertiefen an und fördert Sozialkompetenz, Selbständigkeit, Selbst- und Kommunikationskompetenz. Das Debattieren haben die Klassen zuvor im regulären Unterricht bereits geübt.
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Energie – ein komplexes Thema
Was genau sind erneuerbare Energien? Welche Bedeutung hat der Rohstoff Öl heute noch? Welche konkreten Massnahmen gibt es, um nachhaltig mit Energie umzugehen? Und wie lässt sich das Verhalten von Menschen ändern, ohne Zwang auszuüben? An einem kurzweiligen Info-Morgen wurden die Schüler:innen in das weitläufige und komplexe Thema eingeführt.
Am Nachmittag stand ein «Refresher» im Debattieren auf dem Programm: Was ist eine gute Debattenfrage? Welche Strategien gibt es, um eine Debatte auch zu gewinnen, sprich das Publikum vom zuvor ausgelosten Standpunkt zu überzeugen? Am Ende des Tages hatten alle Gruppen eine konkrete Debattenfrage gefunden: Soll Fleisch in der Schweiz so besteuert werden, dass es klimaneutral produziert werden kann? Soll der Öffentliche Verkehr in der Schweiz gratis sein?
Von der Recherche zu einer Strategie
Am zweiten Tag ging es darum, verlässliche Quellen zu suchen, stichhaltige Argumente zu formulieren und eine Strategie auszuarbeiten. Dafür ist es auch notwendig, mögliche Gegenargumente zu antizipieren. Zu bedenken war jeweils auch, dass die Debattenfrage nicht nur im Hinblick auf das Thema Energie diskutiert, sondern auch die soziale, kulturelle oder ökonomische Dimension mitgedacht wird. Die anwesenden Lehrpersonen unterstützten und coachten die Lernenden dabei.
Die Debatten
Am Vormittag des dritten Tages schliesslich das grosse Finale: Während auf der Bühne lebhaft diskutiert wurde, galt es für das Publikum, die Debattierenden zu beurteilen: Überzeugen die Argumente inhaltlich? Wird fair debattiert, lässt man sich ausreden und geht aufeinander ein? Wird die Redezeit eingehalten?
Fazit: Vor Kolleg:innen einen Standpunkt zu vertreten, braucht Mut und Überzeugung. Und die Methode «Jugend debattiert» ermöglicht es, sich interdisziplinär und vertieft mit einem Thema auseinanderzusetzen.















































