Lisa Mazzone, Genfer Ständerätin der Grünen, besuchte die Klasse 23gF in Thun. Im Gespräch ging es darum, Meinungsverschiedenheiten auszudrücken, die Perspektive des Gegenübers nachvollziehen zu können und so politische Mündigkeit zu entwickeln.
Text Martin Berger
Foto parlament.ch (https://www.parlament.ch/de/biografie/lisa-mazzone/4186)
Lisa Mazzone verbindet rhetorisches Geschick in den Medien, politische Überzeugungskraft mit steiler Politkarriere und Jugendlichkeit. Eigentlich wollten wir die Ständerätin während unserer Exkursion nach Genf treffen. Geplant war ein Gespräch im Herkunftskanton und -umfeld der Politikerin, um genau dort in Fragestellungen einzutauchen, wo sie akut sind. Aus Termingründen fand das Gespräch aber schliesslich am Gymnasium Thun statt. So befand sich unser Gast auf fremdem Terrain, nicht wir.
Vorbereitet wurde das Gespräch mit einem klassenintern abgesprochenen, gesellschaftspolitischen Themen- und Fragenkatalog. In der Gesprächsführung genossen die Teilnehmenden jedoch grosse Autonomie. Die Bilingue-Klasse 23gF meisterte diesen Meinungsaustausch in einer realen Gesprächssituation auch sprachlich sehr gut.
Lisa Mazzone begann sehr persönlich, mit Zurückhaltung, wog ihre Worte ab und ermöglichte mit eher langsamem Sprechtempo zu Beginn einen guten Einstieg. Rasch stieg anhand der Schilderung, welch kleine Rolle Landesgrenzen in der Region Genf spielen, eine Kontroverse über die Existenzberechtigung und den Sinn des Militärs hoch. Für die Garnisonsstadt Thun ungewöhnliche Gedanken. Die Mehrheit der Klasse votierte für die Armee und fand, dass auch Frauen Dienst leisten sollten.
Etwas zu kurz kamen umweltpolitische Themen, zum Beispiel die gerade für Genf als Flughafenstadt zentralen Fragen, wie ein internationaler Hub mit den Bedürfnissen der Bevölkerung in Einklang zu bringen ist.
Im Anschluss an das Gespräch äusserte sich die Ständerätin erstaunt, wie stark traditionelle Werte hier bei Jugendlichen verankert sind. Insofern war der Besuch auch für Sie eine ausgesprochen lehrreiche Erfahrung «sur le terrain». Sie wird weiterhin in Sachen Überzeugungsarbeit gefordert sein.
















































