Editorial

Inhalte

«Ich fühle mich hier wirklich wie in einem Buch»


«Ich fühle mich hier wirklich wie in einem Buch»


Im Rahmen des Schwerpunktfachs Spanisch interviewten Schüler:innen die Austauschschülerinnen Anya Bervera Casillas und Luisa Salinas Rojas vom Colegio Suizo de Cuernavaca (Mexiko).

 

Text Schüler:innen der Klasse 24gPQRS

Foto zvg von Vanessa Buzzi

 

Warum bist du in die Schweiz gekommen?

Anya Bervera Casillas: An unserer Schule gibt es die Möglichkeit, einen Austausch zu machen. Das Colegio Suizo de Cuernavaca ist eine Schweizer Schule. Es muss dabei nicht mal die Schweiz, sondern könnte auch ein anderes beliebiges Land sein. Ich habe mich aber für die Schweiz entschieden, weil ich gerne die Kultur kennenlernen möchte. Ich habe gehört, dass die Schweiz mit den Bergen und Flüssen wie ein Märchen sei und ich fühle mich hier wirklich wie in einem Buch.

 

Wie ist es, in Mexiko auf eine Schweizer Schule zu gehen?

Ich war schon immer an dieser Schule, schon seit dem Kindergarten. Wir haben von klein auf sehr viel über die Schweizer Kultur gelernt. In der dritten und vierten Klasse hatten wir auch eine Schweizer Projektwoche. Da haben wir traditionelles Schweizer Essen gekocht und probiert. Wir haben auch einmal Schwingen gelernt, das fand ich sehr lustig. Deutsch ist an meiner Schule die zweite Sprache und wir haben auch einige Fächer auf Deutsch. Daneben lerne ich noch Englisch und auch Französisch, weil das eine Landessprache der Schweiz ist. Ich gehe auf dieses Colegio, weil es eine sehr gute Schule ist und es eine grosse Chance für mich ist, vielleicht ein Auslandstudium antreten zu können. Man muss verstehen, dass in Mexiko die öffentlichen Schulen sehr schlecht sind und wenn man eine gute Ausbildung möchte, dann muss man dafür viel Geld bezahlen. Nur so hat man die Chance auf einen guten Studienplatz.


Mehr lesen…

 

Was magst du an Mexiko am meisten?

El Día de los muertos oder der Tag der Toten ist meine Lieblingstradition in Mexiko. Dieser Feiertag ist dazu da, dass man sich an seine verstorbene Familie erinnert. Mit der ganzen Familie besucht man die Gräber der Verstorbenen und feiert ihr Leben. Wir stellen Altare mit Essen und Getränken auf, die unsere verstorbenen Verwandten mochten. Es gibt auch eine spezielle Blume, die nur im Oktober blüht. Sie heisst Cempasúchil.

 

Was sind deiner Meinung nach die grössten Unterschiede zwischen Mexiko und der Schweiz?

Die Kinder in der Schweiz können ihr Leben sehr unabhängig gestalten. Man kann spontane Pläne machen. Wenn man zum Beispiel in die Stadt gehen möchte, kann man das einfach tun, ohne noch auf die Eltern warten zu müssen. Daran musste ich mich erst gewöhnen. Aber ich finde es sehr toll, dass ich meine Freizeit freier gestalten kann.

 

Wie steht es um die Sicherheit in Mexiko?

Mir ist bewusst, dass Mexiko nicht einer der sichersten Orte ist. Viele haben deshalb Angst, nach Mexiko zu reisen. Doch unser Mangel an Sicherheit sollte die Leute nicht abhalten in unser Land zu kommen. Es gibt Möglichkeiten, wie man trotzdem sicher durch Mexiko kommt. Man darf zum Beispiel abends nicht allein draussen sein, was man in vielen anderen Ländern auch nicht kann. In Mexiko sollte man zum Beispiel auch nicht in kleine, abgelegene Gassen gehen. Auch wenn man typisch europäisch aussieht, also zum Beispiel blonde Haare hat, erhöht dies die Gefahr. Trotzdem finde ich unser Land sehr sehenswert. Auch wenn es traurig ist, dass es bei uns so unsicher ist, heissen wir solche, die die Kultur unseres Landes kennenlernen wollen, bei uns sehr willkommen.

 

Wie ist das Klima in deiner Heimat?

Das Klima ist natürlich nicht in ganz Mexiko gleich. Da wo ich herkomme, in Morelos, ist es immer sehr warm. Bei uns ist es immer sonnig. Wir haben keine vier Jahreszeiten. Es ist das ganze Jahr über warm. Wir haben eine kurze Regenzeit, aber auch da bleibt es verhältnismässig warm. Als ich in der Schweiz ankam, war es ein sehr kalter Tag. Die Kälte, die ich fühlte, als ich aus dem Flugzeug ausstieg, war mit nichts aus Mexiko zu vergleichen.

 

Gibt es deiner Meinung nach Unterschiede im Umgang miteinander?

Schweizer und Schweizerinnen sind sehr direkt. In Mexiko sagt man oft etwas durch die Blume und ich bin mir gewohnt, dass die Menschen dann doch wissen, was ich meine. Hier in der Schweiz ist das nicht so. Wenn ich etwas will, muss ich das klar sagen. Daran musste ich mich erst mal gewöhnen. Wenn ich in Mexiko so direkt sagen würde, was ich möchte, würde das schon als etwas unhöflich gelten.

 

Kannst du dir vorstellen, einmal in der Schweiz zu leben?

Ja, ich kann mir sehr gut vorstellen, einmal in der Schweiz zu leben. Ich habe vor, in Zukunft sehr viel zu reisen. Ich denke auch, dass vier Monate in der Schweiz nicht genug sind, um alles zu sehen. Deswegen würde ich gerne einmal so ein bis vier Jahre hier in der Schweiz leben. Vielleicht, wenn ich so zwischen 20 und 30 Jahren alt bin. Dann würde ich gerne in der Schweiz wohnen, damit ich die Freiheit hier geniessen kann.

 

Was vermisst du am meisten?

Ein Grund, warum ich mich so auf meinen Austausch gefreut habe, ist, dass ich es toll fand, hier so viel Deutsch sprechen zu können. Aber ich habe bemerkt, dass es auch nicht so praktisch ist. Ich mache immer noch viele Fehler. Wenn ich zum Beispiel einen Witz erzählen will und ich mich unpräzise ausdrücke, kann man gar nicht darüber lachen. Ich vermisse sehr, dass ich in Mexiko auch zwischendurch einen Spass machen konnte und die Leute es auch verstanden. Ich vermisse auch mein soziales Leben. Ich freue mich schon sehr, meine Freunde wieder zu sehen.

 

Was hat dich in der Schweiz überrascht?

Mich hat überrascht, dass die Schweiz ein sehr liberales Land ist. Die Leute können hier anziehen, was sie möchten. In Mexiko würde ich mich zum Beispiel unwohl fühlen, wenn ich mit Shorts oder einem Kleid in die Schule gehen würde, weil die Leute über mich reden würden. Hier in der Schweiz sind die Menschen offener und ich kann ohne Bedenken Shorts anziehen, was ich sehr toll finde.

 

Was wirst du am meisten vermissen, wenn du zurückkehrst?

Ich werde meine Freizeit hier sehr vermissen! Ich mag es sehr, wie selbständig ich hier sein kann. Ich kann immer das machen, was ich gerade will und muss nicht erst auf meine Eltern warten. Auch meine Gastfamilie hier werde ich sehr vermissen. Ich fühle mich bei ihnen sehr zuhause und das ist etwas sehr Schönes.

 

Was muss man in Mexiko gesehen haben?

Wir haben sehr viele kleine, wunderschöne Dörfer. Wir nennen diese pueblos mágicos. Auch wenn es manchmal eher viele Touristen an diesen magischen Orten hat, kann man dort sehr viel Kultur sehen und erleben. Auch sollte man unbedingt mexikanische Spezialitäten probieren. Das Essen in Mexiko ist so gut! Wenn man nach Mexiko City geht, dann, finde ich, sollte man auch ein Museum besuchen. Die Museen in dort sind sehr beeindruckend.

 

Wer bist du?

Luisa Salinas Rojas: Ich bin 17 Jahre alt und komme aus Mexico City, aber lebe jetzt in Cuernavaca. Im Moment bin ich für viereinhalb Monate in der Schweiz, weil ich an einem Schüleraustausch teilnehme.

 

Wie sieht deine Zukunft aus?

Ich möchte Schauspielerin werden, aber mein Vater hat gesagt, dass ich zuerst studieren müsse. Also habe ich mich für ein Psychologiestudium entschieden.

 

Was machst du in deiner Freizeit?

Ich treffe mich gerne mit meinen Freunden. Ausserdem spiele ich gerne Volleyball, schaue gerne Filme, spiele mit meinem Hund oder gehe shoppen.

 

Welches ist dein Lieblingsfach und wieso?

Spanischunterricht, weil wir da viel über Literatur und Philosophie sprechen, weil wir da viel lernen und es interessant ist.

 

Was unterscheidet deine Schule in Mexiko und diejenige in der Schweiz?

In Mexiko werde ich mit dem Auto zur Schule gefahren, in der Schweiz nehme ich den Bus und den Zug, ausserdem ist mein Schulweg in Mexiko kürzer als hier. In Mexiko müssen wir den Philosophieunterricht besuchen.

 

Warum hast du am Austausch teilgenommen?

Weil ich neue Orte kennenlernen, neue Freunde treffen und mein Deutsch verbessern wollte.

 

Was war dein erster Eindruck von der Schweiz?

Dass es sehr kalt war. Und dass die Strassen sehr sauber waren. Auch, dass viele Leute in der Schule waren, weil meine Schule in Mexiko sehr klein ist.

 

Was gefällt dir an der Schweiz am besten?

Ich denke, es sind die Landschaften. Und die Architektur.

 

Was gefällt dir in der Schweiz nicht oder was hat dich enttäuscht?

Dass alles sehr teuer ist.

 

Was wirst du vermissen, wenn du nach Mexiko zurückkehrst? Und worauf freust du dich?

Vermissen werde ich meine Freunde und auch die Freiheiten, die ich hier habe. Denn in Mexiko bin ich noch minderjährig und es ist sehr schwierig, allein draussen zu sein, deshalb nehmen mich meine Eltern immer mit. Natürlich freue ich mich auf meine Familie, meine Haustiere und meine Freunde. Und auf das mexikanische Essen!

 

Kannst du dir vorstellen, eines Tages in die Schweiz zurückzukehren?

Ja. Wahrscheinlich, um meine Freunde zu besuchen oder um zu reisen und meiner Familie den Ort zu zeigen, an dem ich meinen Austausch gemacht habe.

 

Was sind die Unterschiede zwischen Mexiko und der Schweiz?

Dass die Strassen sauberer sind. Es ist sicherer. Und dass es Züge gibt. In der Schweiz isst man viel Brot. Normalerweise esse ich in Mexiko eine Scheibe Brot pro Woche. Zum Frühstück essen wir zum Beispiel einen Teller Papaya und dann ein Rührei oder Sterneier mit einer Quesadilla. Auch in Mexiko sind die meisten Geschäfte täglich geöffnet, während sie in der Schweiz jeden Sonntag geschlossen haben.

 

Kannst du uns eine mexikanische Legende erzählen? Und von einer typischen Tradition?

Ja, die wichtigste Tradition ist der Tag der Toten. Normalerweise werden Opfergaben gemacht, bei denen wir Bilder der Verstorbenen platzieren. In die Schalen für die Gaben legen wir eine Cempasúchil-Blüte, das Lieblingsessen der verstorbenen Person, Fotos und ein Objekt, das uns an diese Person erinnert. Einige Leute besuchen die Gräber ihrer Verwandten, schmücken sie oder verbringen einige Zeit dort.

 

La Llorona ist eine Legende über eine Frau, die auf der Suche nach ihren Kindern durch die Strassen Mexikos zieht, weil sie verrückt geworden ist und ihre Kinder getötet hat. Dann schwebt diese Frau durch die Straßen und sagt: «Oh, meine Kinder.» Wenn sie Kinder alleine sieht, nimmt sie sie mit.

 
 

1

Abschlussklassen

Verabschiedungen

Archiv

«Ich fühle mich hier wirklich wie in einem Buch»


Im Rahmen des Schwerpunktfachs Spanisch interviewten Schüler:innen die Austauschschülerinnen Anya Bervera Casillas und Luisa Salinas Rojas vom Colegio Suizo de Cuernavaca (Mexiko).

 

Text Schüler:innen der Klasse 24gPQRS

Foto zvg von Vanessa Buzzi

 

Warum bist du in die Schweiz gekommen?

Anya Bervera Casillas: An unserer Schule gibt es die Möglichkeit, einen Austausch zu machen. Das Colegio Suizo de Cuernavaca ist eine Schweizer Schule. Es muss dabei nicht mal die Schweiz, sondern könnte auch ein anderes beliebiges Land sein. Ich habe mich aber für die Schweiz entschieden, weil ich gerne die Kultur kennenlernen möchte. Ich habe gehört, dass die Schweiz mit den Bergen und Flüssen wie ein Märchen sei und ich fühle mich hier wirklich wie in einem Buch.

 

Wie ist es, in Mexiko auf eine Schweizer Schule zu gehen?

Ich war schon immer an dieser Schule, schon seit dem Kindergarten. Wir haben von klein auf sehr viel über die Schweizer Kultur gelernt. In der dritten und vierten Klasse hatten wir auch eine Schweizer Projektwoche. Da haben wir traditionelles Schweizer Essen gekocht und probiert. Wir haben auch einmal Schwingen gelernt, das fand ich sehr lustig. Deutsch ist an meiner Schule die zweite Sprache und wir haben auch einige Fächer auf Deutsch. Daneben lerne ich noch Englisch und auch Französisch, weil das eine Landessprache der Schweiz ist. Ich gehe auf dieses Colegio, weil es eine sehr gute Schule ist und es eine grosse Chance für mich ist, vielleicht ein Auslandstudium antreten zu können. Man muss verstehen, dass in Mexiko die öffentlichen Schulen sehr schlecht sind und wenn man eine gute Ausbildung möchte, dann muss man dafür viel Geld bezahlen. Nur so hat man die Chance auf einen guten Studienplatz.


Mehr lesen…

 

Was magst du an Mexiko am meisten?

El Día de los muertos oder der Tag der Toten ist meine Lieblingstradition in Mexiko. Dieser Feiertag ist dazu da, dass man sich an seine verstorbene Familie erinnert. Mit der ganzen Familie besucht man die Gräber der Verstorbenen und feiert ihr Leben. Wir stellen Altare mit Essen und Getränken auf, die unsere verstorbenen Verwandten mochten. Es gibt auch eine spezielle Blume, die nur im Oktober blüht. Sie heisst Cempasúchil.

 

Was sind deiner Meinung nach die grössten Unterschiede zwischen Mexiko und der Schweiz?

Die Kinder in der Schweiz können ihr Leben sehr unabhängig gestalten. Man kann spontane Pläne machen. Wenn man zum Beispiel in die Stadt gehen möchte, kann man das einfach tun, ohne noch auf die Eltern warten zu müssen. Daran musste ich mich erst gewöhnen. Aber ich finde es sehr toll, dass ich meine Freizeit freier gestalten kann.

 

Wie steht es um die Sicherheit in Mexiko?

Mir ist bewusst, dass Mexiko nicht einer der sichersten Orte ist. Viele haben deshalb Angst, nach Mexiko zu reisen. Doch unser Mangel an Sicherheit sollte die Leute nicht abhalten in unser Land zu kommen. Es gibt Möglichkeiten, wie man trotzdem sicher durch Mexiko kommt. Man darf zum Beispiel abends nicht allein draussen sein, was man in vielen anderen Ländern auch nicht kann. In Mexiko sollte man zum Beispiel auch nicht in kleine, abgelegene Gassen gehen. Auch wenn man typisch europäisch aussieht, also zum Beispiel blonde Haare hat, erhöht dies die Gefahr. Trotzdem finde ich unser Land sehr sehenswert. Auch wenn es traurig ist, dass es bei uns so unsicher ist, heissen wir solche, die die Kultur unseres Landes kennenlernen wollen, bei uns sehr willkommen.

 

Wie ist das Klima in deiner Heimat?

Das Klima ist natürlich nicht in ganz Mexiko gleich. Da wo ich herkomme, in Morelos, ist es immer sehr warm. Bei uns ist es immer sonnig. Wir haben keine vier Jahreszeiten. Es ist das ganze Jahr über warm. Wir haben eine kurze Regenzeit, aber auch da bleibt es verhältnismässig warm. Als ich in der Schweiz ankam, war es ein sehr kalter Tag. Die Kälte, die ich fühlte, als ich aus dem Flugzeug ausstieg, war mit nichts aus Mexiko zu vergleichen.

 

Gibt es deiner Meinung nach Unterschiede im Umgang miteinander?

Schweizer und Schweizerinnen sind sehr direkt. In Mexiko sagt man oft etwas durch die Blume und ich bin mir gewohnt, dass die Menschen dann doch wissen, was ich meine. Hier in der Schweiz ist das nicht so. Wenn ich etwas will, muss ich das klar sagen. Daran musste ich mich erst mal gewöhnen. Wenn ich in Mexiko so direkt sagen würde, was ich möchte, würde das schon als etwas unhöflich gelten.

 

Kannst du dir vorstellen, einmal in der Schweiz zu leben?

Ja, ich kann mir sehr gut vorstellen, einmal in der Schweiz zu leben. Ich habe vor, in Zukunft sehr viel zu reisen. Ich denke auch, dass vier Monate in der Schweiz nicht genug sind, um alles zu sehen. Deswegen würde ich gerne einmal so ein bis vier Jahre hier in der Schweiz leben. Vielleicht, wenn ich so zwischen 20 und 30 Jahren alt bin. Dann würde ich gerne in der Schweiz wohnen, damit ich die Freiheit hier geniessen kann.

 

Was vermisst du am meisten?

Ein Grund, warum ich mich so auf meinen Austausch gefreut habe, ist, dass ich es toll fand, hier so viel Deutsch sprechen zu können. Aber ich habe bemerkt, dass es auch nicht so praktisch ist. Ich mache immer noch viele Fehler. Wenn ich zum Beispiel einen Witz erzählen will und ich mich unpräzise ausdrücke, kann man gar nicht darüber lachen. Ich vermisse sehr, dass ich in Mexiko auch zwischendurch einen Spass machen konnte und die Leute es auch verstanden. Ich vermisse auch mein soziales Leben. Ich freue mich schon sehr, meine Freunde wieder zu sehen.

 

Was hat dich in der Schweiz überrascht?

Mich hat überrascht, dass die Schweiz ein sehr liberales Land ist. Die Leute können hier anziehen, was sie möchten. In Mexiko würde ich mich zum Beispiel unwohl fühlen, wenn ich mit Shorts oder einem Kleid in die Schule gehen würde, weil die Leute über mich reden würden. Hier in der Schweiz sind die Menschen offener und ich kann ohne Bedenken Shorts anziehen, was ich sehr toll finde.

 

Was wirst du am meisten vermissen, wenn du zurückkehrst?

Ich werde meine Freizeit hier sehr vermissen! Ich mag es sehr, wie selbständig ich hier sein kann. Ich kann immer das machen, was ich gerade will und muss nicht erst auf meine Eltern warten. Auch meine Gastfamilie hier werde ich sehr vermissen. Ich fühle mich bei ihnen sehr zuhause und das ist etwas sehr Schönes.

 

Was muss man in Mexiko gesehen haben?

Wir haben sehr viele kleine, wunderschöne Dörfer. Wir nennen diese pueblos mágicos. Auch wenn es manchmal eher viele Touristen an diesen magischen Orten hat, kann man dort sehr viel Kultur sehen und erleben. Auch sollte man unbedingt mexikanische Spezialitäten probieren. Das Essen in Mexiko ist so gut! Wenn man nach Mexiko City geht, dann, finde ich, sollte man auch ein Museum besuchen. Die Museen in dort sind sehr beeindruckend.

 

Wer bist du?

Luisa Salinas Rojas: Ich bin 17 Jahre alt und komme aus Mexico City, aber lebe jetzt in Cuernavaca. Im Moment bin ich für viereinhalb Monate in der Schweiz, weil ich an einem Schüleraustausch teilnehme.

 

Wie sieht deine Zukunft aus?

Ich möchte Schauspielerin werden, aber mein Vater hat gesagt, dass ich zuerst studieren müsse. Also habe ich mich für ein Psychologiestudium entschieden.

 

Was machst du in deiner Freizeit?

Ich treffe mich gerne mit meinen Freunden. Ausserdem spiele ich gerne Volleyball, schaue gerne Filme, spiele mit meinem Hund oder gehe shoppen.

 

Welches ist dein Lieblingsfach und wieso?

Spanischunterricht, weil wir da viel über Literatur und Philosophie sprechen, weil wir da viel lernen und es interessant ist.

 

Was unterscheidet deine Schule in Mexiko und diejenige in der Schweiz?

In Mexiko werde ich mit dem Auto zur Schule gefahren, in der Schweiz nehme ich den Bus und den Zug, ausserdem ist mein Schulweg in Mexiko kürzer als hier. In Mexiko müssen wir den Philosophieunterricht besuchen.

 

Warum hast du am Austausch teilgenommen?

Weil ich neue Orte kennenlernen, neue Freunde treffen und mein Deutsch verbessern wollte.

 

Was war dein erster Eindruck von der Schweiz?

Dass es sehr kalt war. Und dass die Strassen sehr sauber waren. Auch, dass viele Leute in der Schule waren, weil meine Schule in Mexiko sehr klein ist.

 

Was gefällt dir an der Schweiz am besten?

Ich denke, es sind die Landschaften. Und die Architektur.

 

Was gefällt dir in der Schweiz nicht oder was hat dich enttäuscht?

Dass alles sehr teuer ist.

 

Was wirst du vermissen, wenn du nach Mexiko zurückkehrst? Und worauf freust du dich?

Vermissen werde ich meine Freunde und auch die Freiheiten, die ich hier habe. Denn in Mexiko bin ich noch minderjährig und es ist sehr schwierig, allein draussen zu sein, deshalb nehmen mich meine Eltern immer mit. Natürlich freue ich mich auf meine Familie, meine Haustiere und meine Freunde. Und auf das mexikanische Essen!

 

Kannst du dir vorstellen, eines Tages in die Schweiz zurückzukehren?

Ja. Wahrscheinlich, um meine Freunde zu besuchen oder um zu reisen und meiner Familie den Ort zu zeigen, an dem ich meinen Austausch gemacht habe.

 

Was sind die Unterschiede zwischen Mexiko und der Schweiz?

Dass die Strassen sauberer sind. Es ist sicherer. Und dass es Züge gibt. In der Schweiz isst man viel Brot. Normalerweise esse ich in Mexiko eine Scheibe Brot pro Woche. Zum Frühstück essen wir zum Beispiel einen Teller Papaya und dann ein Rührei oder Sterneier mit einer Quesadilla. Auch in Mexiko sind die meisten Geschäfte täglich geöffnet, während sie in der Schweiz jeden Sonntag geschlossen haben.

 

Kannst du uns eine mexikanische Legende erzählen? Und von einer typischen Tradition?

Ja, die wichtigste Tradition ist der Tag der Toten. Normalerweise werden Opfergaben gemacht, bei denen wir Bilder der Verstorbenen platzieren. In die Schalen für die Gaben legen wir eine Cempasúchil-Blüte, das Lieblingsessen der verstorbenen Person, Fotos und ein Objekt, das uns an diese Person erinnert. Einige Leute besuchen die Gräber ihrer Verwandten, schmücken sie oder verbringen einige Zeit dort.

 

La Llorona ist eine Legende über eine Frau, die auf der Suche nach ihren Kindern durch die Strassen Mexikos zieht, weil sie verrückt geworden ist und ihre Kinder getötet hat. Dann schwebt diese Frau durch die Straßen und sagt: «Oh, meine Kinder.» Wenn sie Kinder alleine sieht, nimmt sie sie mit.

 
 

Top